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Panama bis SuedSee PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Wednesday, 24 August 2005
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Bericht der S.Y.MIGNON 
August 2005

Panama bis Suedsee

Nachdem wir den Transit durch den Panamakanal endlich hinter uns hatten, kam auch die Vorfreude auf den Pacific auf. Das wuerde in Reihenfolge heissen: Las Perlas, Galapagos und dann Fransoesisch Polynesien mit den Inselgruppen Marquesas, Tuamotus, Gambier, Australs und schlieschlich das Suedseeparadis Societie Isl. mit Tahiti, Moorea, Raiatea,Tahaa, Huanine,Bora Bora und zum Schluss Maupiti. Wir haben die Gambiers und die Australs ausgelassen. Gambiers sind bekannt wegen der Atomexperimente der Franzosen auf dem Atoll Mururoa.  
Las Perlas  
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Wir wussten, dass auf der Insel Contadora ein Deutscher aus Koeln namens Guenter bereits 20 Jahre wohnt und dort das ?Pacific-Island-Net ?betreibt. (Einmal pro Tag auf 14.135 KHz. eine Info- und Wetterrunde unter Seglern, die zwischen Panama und Tonga unterwegs sind). Guenter war mal Weltmeister bei den Funkameteuren und hat sich auf Contadora niedergelassen. Er hilft auch Seglern, die in Noeten sind, so wie wir,als uns nach der Abfahrt von Contadora bei recht viel Wind auf der Nase die Genua riss. Wir segelten zurueck nach Contadora, wo Guenter uns dann helfen konte bei der Reparatur.
Das geht dann so. Das Segel wird mit einem kleinen Flieger via Panama nach Colon verfrachtet. Dort nimmt ein Segelmacher das Teil in Empfang, schaut sich das an und ruft bei Guenter an, was die Reparatur kostet. Nach einem GO wird das Segel repariert. Dann wird ein Couvert mit entsprechendem Inhalt per Flieger nach Colon geschickt. Der Segelmacher tauscht dann Segel gegen Couvert und das Tuch kommt einen Tag spaeter repariert in Contadora an. So einfach geht das! Es erspart einem die ganze Strecke zurueck zu segeln.
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Nach den 2. Anlauf ab Contadora nach Galapagos lief Anfangs alles recht gut, bis uns erneut die Genua im Stich liess! Der Ring am Schothorn der Genua riss aus. Das konnten wir allerdings per Hand notduerftig reparieren.(Siehe Bild) Es war, so glauben wir, noch nie so stark. Nach anfaenglich vorsichtiger Belastung hat er spaeter alles gehalten ,was er halten musste. Die 1000 Nm bis Galapagos zu segeln war allerdings sehr muehsam. Bis auf die ersten paar Tage ist alles gegen Wind, Welle und Strom. Der kalte Humboldstrom setzt nach Norden und trifft auf den warmen Aequatorialstrom. Nur das bestimmt das Wetter mit der Folge von Nebel, schwere Regenwolken, heftigen Gewittern, Squals mit viel Wind und Windstillen in unterschiedlicher Reihenfolge.
Da sich die Konvergenzzone im Fruehjahr nach Norden bewegt ,ist man auf diesen Breiten fast bis zum Aquator in diesem Gebiet mit der Chance auf die oben erwaehnten Wettererscheinungen (eben in den Doldrums). Bei der Ueberquerung des Aquators konnten wir unsere Flasche Linie,die wir fuer dieses Erreichnis mittgenommen hatten, nicht finden. Also kein Schluck aus der ?Liniepulle?.(In Tahiti haben wir die Flasche erst wieder gefunden.) Nach der Equatorueberquerung dreht sich das Wasser im Spuehlbecken linksherum (CCW)und steht die Sonne um 12.00h Localtime im Norden!!
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Galapagos  
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Nach 8 Tagen und 12 Stunden hatten wir die Strecke geschafft. Am 30.05.2005 Nachts um 01.30h war Landfall in der Wrack Bay der Insel San Cristobal. Die Galapagosinseln machen aber die muehsame Ueberfahrt wieder wett. Durch den bereits erwaehnten Humboldstrom ist das Klima fuer uns Europer sehr angenehm. Tagsueber nicht zu warm und Nachts nicht zu kalt. Dazu eine angenehme Luftfeuchtigkeit, im Vergleich zu Panama. Dort war es nur Schwuelwarm bei 90% oder mehr Luftfeuchtigkeit. Diejenigen, die die Moeglichkeit haben, solten die Galapagosnseln besuchen. Sicherlich diejenigen ,die in Geologie und Biologie interessiert sind. Die Reise geht ueber Equador, weil die Inseln zu Equador gehoeren. Die vielen Bilder, die wir dort gemacht haben, sollte man sich auf unserer Web-site (www.sy-mignon.com) unter ?Galapagos? anschauen. (Es dauert allerdings noch ein wenig, da wir die CDs mit Bildern noch nach N.L.schicken muessen.)
Wenn wir unsere Badeplatform nicht absperrten, so hat sich dort sofort ein Seerloewe zum Sonnen hingelegt. Die meisten Tiere, die hier vorkommen und greifbar nah sind, sind vorallem die Seeloewen, Pinguine, Meeresleguane, Riesenlandschildkroeten, Hyanen, Rochen, grosse rote Krebse,Toelpel mit blauen Schwimmfuessen , viele Voegel und eine Unterwasserwelt (incl. Riffhaie die nichts tun)die besonders ausgefallen ist. Obwohl man offiziel nur eine Insel mit dem Schiff anlaufen darf (oder man muss viel Geld zahlen, um die restlichen Inseln mit Ausflugsbooten besuchen zu koennen) gehen wir am 04 Juni Anker auf, um die Insel Isabella zu besuchen. (Dies war moeglich, weil wir in Panama bereits als Destinatien die Marquesasinseln angegeben hatten. ) Wir brauchten dadurch auf den Galapagosinseln nicht ein- bzw. auszuklarieren.
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Wenn man dann nicht von der Coastgard kontrolliert wird ,ist alles o.k. So war es bei uns und vielen anderen Schiffen. Wird man doch kontrolliert, dann entdeckt man irgendein Malheur am Schiff. Dann mussen die einen mindestens fuer 72h aufnehmen. Isla Isabella ist sehr erhohlsam und ruhig. Hier kan man viel wandern und die Tierwelt von sehr nah betrachten. Auch machten wir einen Tour mit Pferd durch Gestruep und Urwald zum Vulkankrater Sierra Negra. (zweitgroesster Krater der Welt). Eine Besonderheit fuer uns verwoehnte Europaer war schon, dass es hier keine Bank oder Sonstiges gibt. Demzufolge kann man hier kein Geld kriegen, obwohl mit Geld bezahlt wird. Nur auf der Nachbarinsel Santa Cruz gibt es eine Bank. Also genuegend Bargeld mitbringen, falls man hier landet.
Auf der Insel Isabella trafen wir uns wieder mit alt bekannten Schiffen wie Ahodori, Nis Randers,(der viel Pech hatte mit der Wasserpumpe des Motors) Amore Vida und die Hippocampus. Diese Insel wird meistens benutzt als Absprungbrett zu den Marquesas. Die Galapagosinsel Santa Cruz haben wir ausgelassen ,weil wir ja doch weiter wollten zu den Marquesas und somit noch eine Strecke von 3000Nm vor uns lag. Am 09.06.2005 gehn wir um 15.00h Anker auf mit Heading Marquesas. Die Nis Randers mussten wir leider zuruecklassen da die noch auf Ersatzteile aus D.wartete. Das konnte 3-4Wochen dauern. Man ist auf den Galapagosinseln tatsaechlich am Ende der Welt. Da darf nichts passieren. So ja, dann muss man viel Zeit mitbringen und genuegend Kleingeld dabei haben. Es gibt aber schlechtere Stellen auf der Welt, um zu warten. (Wo ich dies schreibe ist die Nis Randers noch ca. 14 Tage von Tahiti entfernt. Sie wird Marquesas und die Tuamotos aus Zeitgruenden auslassen muessen.)
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Marquesas  
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Am 30.06.2005, nach 21 Tage auf hoher See, machen wir Landfall auf der Insel Hiva Oa , einer der Marquesas.Lt. GPS haben wir 2865Nm zurueckgelegt. Einen Schnitt von 5.7Nm pro Stunde. Die Winde waren weniger stark als bei der Atlanticueberquerung. Dafuer hatten wir im Schnitt ca. 0.5 bis 1Nm Strom mit. Das hilft auch. Das macht auf dieser Strecke ca. 3 Tage zum Vorteil aus. Die Marquesas bestehen aus acht Inseln wovon im Osten Hiva Oa und im Westen Nuku Hiva die Hauptinsel sind. Es ist eine der Inselgruppen von Franzoesisch Polynesien und die Verwaltung ist Franzoesisch. Mann kann viel ueber jede Insel schreiben aber schoen sind sie alle und sehr schoen sind die meisten Inseln.
Hiva Oa ist bekannt dadurch, dass dort der Maler Paul Gauguin beerdigt ist. Auch der belgische Saenger und Poet Jacques Brel hat sich hier waerend seiner letzten Lebenstage niedergelassen und ist dort ebenfalls gestorben und beerdigd.(Er war Krebskrank) Die Insel hat eine ausgesprochene Vielfalt an Gruen in den unterschiedlichen Hoehenlagen bis sogar in die Hochgebirgszone hinein. Die Polynesier sind freundliche und hilfsbereite Menschen, meistens recht vollschlank und nicht so gross gewachsen. Waren sind aber sehr teuer, vor Allem Alkohol.(Kleine Dose Bier $ 2.60. der billigste Wein $ 5.40 pro liter, Salamiwurst 200Gramm fuer $7.90 usw)
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Ein Supermarkt auf diesen Inseln verkauft eben alles, auch Kleidung und Oel und Werkzeuge und Keramik usw. Alles so aufeinander gestapelt, dass man in dem Laden kaum durchkommt. (In Holland wuerde man sagen: een Winkel van Sinkel is alles te Koop, Hoeden en Petten en Dameskorsetten usw) Diese Dinge wissen wir als Yachties natuerlich, und decken uns vorher(Panama) ein. Das Schiff wird demzufolge immer schwerer !! Die Wasserlinie liegt schon lange unter der Wasserlinie anstatt drueber. Die zweite Insel der Marquesas, die wir anliefen, war Tahuata. Eine wunderschoene Insel mit blauem Wasser und Palmenstrand wie aus dem Bilderbuch. Fruechte, wie Bananen, hiesige Pampelmusen, Limonen und Kokusnuesse wurden gegen kleine Geschenke getauscht. Da erholt man sich wirklich, und wir bereiteten uns langsam vor auf die Ueberfahrt zu den Tuamotus , eine Entfernung von ca. 650Nm. (4 bis 5 Tage segeln).
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Diese Ueberfahrt wurde fuer uns etwas haerter als gedacht. 40 Knt. Wind und haushohe Wellen waren nicht mal alles, womit wir zu kaempfen hatten. Zwei Naechte hatten wir ein Gewitter zusaetzlich, wo der Wind in Boen weit ueber 40 Knt. war und der Regen zum Teil so stark, dass man den Bug vom Schiff nicht mehr sehen konnte. Der Regen drueckt die Wellen allerdings herunter ,was das einzig Angenehme war. Diese Situation dauerte allerdings nicht nur ein bis zwei Stunden, so wie im Mittelmeer, sondern die ganze Nacht , was nicht so angenehm war. Ein paar harte Naechte, die wir uns einfacher vorgestellt hatten. Haben alles aber gut ueberstanden.
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Tuamotus
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Das Atoll Manihi der Tuamotus sollte uns die noetige Ruhe bringen. War leider nicht so. Im Atoll lagen wir zwar hinterm Aussenriff, aber durch Winddrehungen kamen wir zu nahe ans Innenriff. Nur durch seitliches Ausbringen eines Heckankers konnten wir das Schiff vor dem Kontakt mit den scharfen Korallenstoecken vom Innenriff retten. Wieder zwei weitere unruhige und bange Naechte! Zum Glueck hat sich das Heckanker in den Korallen verfangen und hielt dadurch das Schiff sehr gut. Das Anker nach zwei Tagen aus den Korallen heraustauchen(12m tief)war fuer uns das naechste Problem. Ein Plongeur half uns gegen Zahlung von ca. $100,00 . Ich darf wegen Tinitus nicht in diese Tiefe. Ansonnsten war das Atoll wunderschoen. Wieder blaues Wasser usw. (siehe oben)
Tahiti
Von hier waren es nur noch 180 Nm bis Tahiti, wo wir uns eine lange Pause goenne wollen. Wir werden dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr nach N.Z. fahren aber hier in der Suedsee bis naechstes Jahr April bleiben. Schliesslich hat man viel geopfert, um hierher zu kommen, und das wollen wir dann auch laenger geniessen . Bobby und Carla Schenk haben es hier schliesslich mehrere Male auch ein paar Jahre mit ihrer Thalassa ausgehalten. Ab naechstes Jahr April sind dann die restlichen Teile der Suedsee wie Cook Isl.,Tonga, Fidshi, Samoa, Neu Kaladonien usw. dran.
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Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Bericht nicht gelangweilt. Falls ja oder nein, schreib es uns. Wir sind mitlerweile anpassungsfaehig. In dem Sinne verbleiben wir erstmal auf Tahiti und Moorea in der Suedsee und denken an euch.
Viele Liebe Gruesse von
Edith und Johan.
 
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Die Mignon auf hoher See
Last Updated ( Friday, 24 November 2006 )
 
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