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Wie auch in den anderen Regionen mit langer Verweildauer ( Sizilien, Raiatea) waren wir heimisch geworden in Opua in NZ. Das Gefuehl entstand besonders wegen der guten Seglergemeinschaft, die uns die Zeit ueber die Entfernung zur Heimat vergessen liessen. Um so schwerer fiel uns dann der Abschied! Es wurde an den "last evening" im Opua cruising club einen Tag spaeter noch einmal ein "very last evening" angehaengt! Denn Freitags soll man ja nicht abfahren! So glauben die aberglaeubischen Segler!! Also fuhren wir erst am Samstag, mittags, nachdem wir von Klaus und Erika (TO-Stuetzpuktleiter fuer Opua) nochmals eine frische Brotlieferung bekamen und Viele sich dort mit Trennungsschmerz und Abschiedsstress zeigten.
fDann fuehrten wir fast denselben Konvoi an ( Mignon, Helios, Slow Motion und LiBeRTee), wie wir vor mehr als 6 Monaten eingelaufen waren, aber diesmal nicht mit demselben Ziel. Alle erhofften sich das gute Segelwetter, was uns Winfried unser Wetterguru von der SY Anna Maria prophezeite. Wir hatten die Route nach Noumea gewaehlt, da eben alles ( Johans zweite Heimreise, die etwas laengere Verweildauer an Land, und auch das Warten auf passende Winde )die Abfahrt so lange hinausgezoegert hatte, so dass wir leider Vanuatu auslassen mussten. Unsere Richtung und Terminplanung ist auf Ankommen in Darwin um den 18. Juli bestimmt, da wir vor dem Start der Ralley Indonesia 2007 dort ankommen wollen. Wir haben uns bei der Organisation dieser Rally wegen der vereinfachten Erledigung der Formalitaeten fuer Indonesien angemeldet, nicht um selber an der Ralley teilzunehmen. Aus der wunderschoenen Bay of Islands verabschiedeten wir uns von Neuseeland bei sonnigem Wetter.Diesmal zeigte sie sich in ihrem besten Licht, anders als bei der Ankunft, wenngleich es auch von den Temperaturen wieder echt herbstlich war! Draussen erwartete uns recht bewegtes Wasser, da das Tief gerade erst im Abziehen war und das nachfolgende Hoch sollte uns mit den suedlichen Winden hochpuschen. Dabei waren die Wellen leider sehr unangenehm und der Wind auch staerker als erwartet. Da gab es an Bord einfache Kost, die ich speziell daraufhin vorbereitet hatte. So brauchte Johan nur kurz etwas aufzuwaermen, und wir verlegten die Hauptmahlzeit mehr in die Mitte des Tages, da es bereitsund um17.30h schnell dunkel wurde. Viele Seevoegel begleiteten uns . Nun konnten wir ihre Segelkuenste ausgiebig studieren. Sogar das Starten gegen den Wind auf einer Welle konnten wir anschauen. Erst nach 3 Tagen stieg die Lufttemperatur ueber 20 Grad. Nun konnten wir uns tagsueber etwas entkleiden, eine Schicht weniger!! Wir hatten nachts mit Leggings unter der langen Hose und bei dem starken Wind von achtern auch darueber die Seglerhose und die Jacke ueber Sweatshirt und T-shirt Wache gehalten. Die Tropen kamen naeher! Das Wasser wurde auch zunehmend blauer. Rauschende Wellen wollte ich fotografieren, rechnete nicht mit einer sich brechenden Welle, die dann von vorne im Schwall sich ueber mich ergoss. Das Wasser war angenehm warm!! Der Fotoapparat hat die Dusche bislang auch ueberstanden. Mit den Wellen wurden wieder einige fliegende Fische an Bord gespuelt. Wir hatten weder auf sie, noch auf einen Fang Appetit. So blieb die Angelleine aufgerollt.
Ankommen in Neukaledonien ( Franzoesisches Ueberseegebiet) Am Freitag, den 1. Juni, warfen wir Anker in der Bucht Kuto in der Isle des Pines. Hier ist es, wie wir die tropischen Inseln moegen: heller Sandgrund, klares Wasser, gruenbewachsene Berghaenge, weisser Strand und wenige Bebauung. Einige andere Yachten lagen auch hier. Die Anmeldung bei der Gendarmerie verlief recht angenehm, plauderte er doch gerne ueber Amsterdam, und so durften wir einige Tage dort bleiben ohne offiziel in Noumea einklariert zu haben. Bei einer Tagestour mit dem Fahrrad umrundeten wir die Insel, die schon recht touristisch aufbereitet ist. Sie hat, wie es im Marco Polo Fuehrer heisst, die schoensten Straende Neukaledoniens zu bieten, was wir gerne bestaetigen. Dabei sind die Besucher rar, man ist fast alleine an einem Kilometerlangen Strand. Neben den Kokospalmen und alten Waldresten gibt es auch Plantagen mit Pinien, womit der Name der Insel erklaert ist. Wir wollten aber die Freundlichkeit des Gendarms nicht zu lange ausnutzen und segelten dann nach 4 Tagen innerhalb des Riffs weiter nach Noumea. Da man sich wegen der Stroemung in der Enge zwischen der Hauptinsel und der Ile Ouen um die Tiede kuemmern sollte, kamen wir erst am Spaetnachmittag durch , machten einen Ankerstop in einer Bucht der Ile Ouen und segelten am naechsten Morgen bei gutem achterlichen Wind weiter durch die Lagune, wie die Neukaledonier das Gebiet zwischen dem Aussenriff und der Kueste nennen. Die Berge der Hauptinsel sind stellenweise abgetragen zur Nickelgewinnung und die rote Erde kommt durch. Das sah aber weniger erschreckend aus, als uns angekuendigt wurde. Das Farbspiel konnte im Abendlicht sogar sehr schoen wirken. So empfindet eben jeder anders! Noumea erreichten wir dann zu Mittag und waren dann gleich zu unserem Berth in der Marina von Port Moselle geleitet worden. Kein Quarantaenesteg! Die Formalitaeten waren schnell erledigt, nur die Dame von der Imigration war an Bord. Sie nahm nur etwas Muell mit, liess mir sogar die Kraeuterkiste. Der Zoll gab sich mit den Angaben auf dem Papier zufrieden. Sie kamen noch nicht mal an Bord. Ein nettes Restaurant mit Bar direkt neben der Marina war Treff fuer die Sundowner Seglergemeinschaft. Auch die City in spaziernaehe ermunterten uns, Landgaenge zuhauf zu unternehmen. Das Fahrrad wurde herausgeholt, waren doch einge Kilometer zu bewaeltigen, wollte man etwas weiter kommen, ueber die Huegel in die besseren Wohngebiete und an der Uferprommenade entlang. Je mehr wir sahen, desto besser gefiel uns die Stadt. Touristen gibt es viele, und entsprechend gut ist die Werbung. Die Franzoesische Lebensart kommt uns ja auch sehr entgegen! Erinnerungen an Franzoesisch Polynesien kamen auf! Die naechste Etappe, 1400 Meilen von Noumea bis Port Moresby in Papua Neu Guinea, packten wir dann nach 2 Wochen Aufenthalt in Noumea an. Es gab zwar eine uneindeutige Wettersituation in einigen Tagen, der Passat kam noch nicht durch. Aber wie lange sollten wir darauf warten? Also los!! Die ersten drei Tage verliefen recht entspannt. Schoenes Segelwetter! Wir hatten die Hauptinsel stets an der Seite in grossem Abstand. Noch einen Zwischenstop zu machen , lehnten wir ab. Auch das Chesterfield Riff liessen wir links liegen, denn es erschien uns auch nicht sinnvoll, dort Zeit zu verschwenden, zeichnete sich doch eine Stoerung ab, im Wettergeschehen. Diese zeigte sich dann mit viel Wind, mehr als vorhergesagt, und die Wellen waren steil und hoch. Die See tobte. Dazu kam Regen, der inclusive Gischt quer uebers Schiff fegte. Das konnte unser Autopilot auf die Dauer nicht ertragen!Zwei Tage spaeter schlug er genau um Mitternacht Alarm! Bis zum Morgen steuerten wir von Hand. Nachts soll Johan die Windsteueranlage nicht aktivieren, da er dann so dicht am Wasser auf der Badeplattform stehen muss. Nach 36 Stunden war die Schlechtwetterfront ,mit staendigem 25-40 Knt. durch. Wind und Wasser wurden wieder ruhiger. Das Bedienteil des Autopiloten hatte Salzwasser aufgenommen, was wir durch Auseinanderbauen des Teiles, saeubern der Kontakte und Trocknen in der Sonne, zum Glueck selber reparieren konnten. Nach dem Tief stellte sich das Gegenteil ein! Eben zuwenig Wind, um den Hafen Port Moresby im Hellen zu erreichen. Also brauchten wir eine Nacht laenger, kamen dann aber recht entspannt am Mittwoch Vormittag, den 04 Juli, in Papua Neuguinea an. Schiffsbegegnungen hatten wir auf der Strecke recht konzentriert am 8. Tag gehabt, wo wir die Linie AUS.-Salomonen ueberquerten. Unser Radartransponder war uns eine Hilfe. Er piepst, wenn ein Schiff mit "Radar ON" sich naehert. Eine zusaetzliche Sicherheit waehrend der Wache , sowohl am Tag als auch bei Nacht. Die Passage zu Port Moresby war gut zu finden, hatten wir doch einige Grosschiffe vor uns einlaufen gesehen. Auch die elektronische Karte (Max Sea) stimmte genau. Die Marina fanden wir dann, meldeten uns bei Papa Yankee Charly auf CH 84 , um von ihnen zu erfahren, dass wir zuerst nur innerhalb der Wellenbrecher ankern duerfen. Erst nach dem Einklarieren koennen sie uns einen Liegeplatz geben. Also doch noch kein Suesswasser ueber das salzverkrustete Schiff! Dafuer koennten wir (taten es aber nur teilweise) alle Annehmlichkeiten des Privaten Yachtclubs geniessen: Dusche, Waescherei, Restaurant, Bar, Internet( sogar wireless), Fitnessraum, Spielhoelle,etc. Ein Ankerplatz kostet umgerechnet nur 5 Euro, der Liegeplatz am Steg 10 Euro pro Tag. Der Royal Papua Yacht Club ist eine Welt fuer sich ! So viele Bedienstete und Security Leute die sich um unser Wohl bemuehen, haben wir bislang noch nirgendwo erlebt. Das sind wir echt nicht gewohnt. Das Clubmitglied hier verlangt wohl solche Behandlung! Die Reichen, meisst Weisse, verbringen die Freizeit abgeschirmt in den umzaeunten Clubs, wenn sie nicht in ihren eigenen wieder von Security bewachten Behausungen oder Arbeitsstaetten sind. Vor jeder Bank oder Hotel halten sich mindestens 5 Wachleute auf. In den Gebauden geht es so weiter. Jeder Schritt, den du machst wird ueberwacht. Die Traegheit des Verwaltungsapparates lernten wir dann bald kennen. So riefen die Damen der Rezeption mehrfach bei den Behoerden(Costoms) an, die sich dann am 2. Tag,( nachdem Johan sich beschwert hatte) endlich an die Arbeit machten, den Papierkram zu erledigen. Wir waren von den Behoerden in NZ wohl verwoehnt, was Genauigkeit und Terminabsprache angeht, also umdenken!! Die Prozedur beim Ausklarieren erfordert wiederum Zeit und Nerven. Deshalb wollen wir damit bereits 2 Tage vor unserer geplanten Abreise anfangen. (Wir wissen mittleweile das es bei den Costoms keine organisation gibt. Jeder macht und sagt was er wil. Hier gilt, eigene Initiative ergreiven und mitdenken und bei Gelegenheit auch mal seine Meinung sagen. Sie haben sich bei mir sogar entschuldigt. Dafuer kann man natuerlich nichts kaufen) Unsere Recherchen, Sehenswuerdigkeiten zu erkunden, sind recht enttaeuschend. Dieses teilweise noch unerschlossene Land hat sich auf Tourismus nicht eingestellt, wenigstens nicht in Prt. Moresby. In die Bergregionen kommt man nur per Flugzeug. Unsere Fragen danach sind gleich niedergeschmettert worden im Reisebuero, mit der Prophezeihung, dass es zu Stornierungen und Verspaetungen kommt, da zur Zeit Wahlen stattfinden!Das Land befindet sich in einer unstabilen politischen Situation. Das kennen wir schon vom letzten Jahr, wo wir in Fidschi gerade kurz nach dem Militaerputsch ausgelaufen waren Also wird wohl Port Moresby der einzige Ort in PNG sein, den wir erkunden koennen. Auch hier ist es fuer Weisse nicht ueblich ohne Auto herumzureisen, soweit die Strassen reichen. Es war ebenfalls fuer uns nicht moeglich ein Auto aufzutreiben, weder bei den Car rentals noch von Privat. Also wird der Urwald bis Borneo auf uns warten muessen. So planen wir nun die Abreise von Port Moresby, schauen auf die relativ kahlen Berge der Umgebung. Welches aber zum Gluck fuer uns auch die Ursache dafuer ist, dass man hier keine Mueckenplage hat und so von Malaria sicher verschont bleibt. Sicherlich haette uns die Inselwelt Oestlich (Louisiaden) und noerdlich der Hauptinsel von PNG besser gefallen, da sie sehr schoen sein sollen. Dies zu erkunden ist fuer uns aus den erwaehnten Zeitgruenden leider nicht moeglich gewesen. Der Toern nach Darwin, die Passage durch die Torres Strasse, wird uns dann endgueltig aus dem Stillen Ozean herausfuehren. Dieser stellte sich fuer uns nicht so ruhig dar, wie sein Name uns glauben machte. Die Wetterbedingungen sind komplex. Sie werden bestimmt von den Passatwinden,(denTrades), den Tiefs und Hochs zwischen AUS. und NZ und der Intertropischen Konvergenzzone, (ITC). Das ist eine Wolkenzone, die sich um den Equator herum befindet. Deren Verlauf ist schwierig zu berechnen und nicht laenger als drei Tage im Voraus genau. Wenn es dann doch anders kommt,dafuer kann auch Winfried nichts, der sich alle Muehe gibt und seine Erfahrung einbringt, um uns gut zu beraten. Er wird uns hoffentlich noch bis Darwin weiter begleiten und auch den Sprechkontakt zu den Anderen aus der uns bekannten Runde moeglich machen. Vielleicht gibt es in Asien sogar ein Wiedersehen mit Einigen aus diesem Kreise! Wir wuenschen euch ein frohes Schaffen aber vor Allem noch einen schoenen Sommer bei guter Gesundheit. Seid gegruesst aus PNG von Edith und Johan auf SV-Mignon |