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Unsere Reise durch Indonesien II

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Fallwinde von 40 Knt. auf Lomb

 


Indonesie II :: Die Organisatoren Sail Ind. (Dewi & Raymond )
Wo Teil 1 mehr Segeltechnische Inhalte hatte ,so hier Teil 2 mit unsere Erlebnise auf den Inseln Timor, Alor, Lembata, Flores, Sumbawa, Lombok, Bali, Borneo(Kalimantan), Belitung und Batam (von Ost nach West bis Nordwest).   
Die Zeit in der sehr grossflaechigen indonesischen Inselwelt (ueber 10000 Inseln) gehoert mit zu den Hoehepunkten unsrerer bisherigen Fahrt! Sehr unterschiedliche Inselformationen, unterschiedliche Kulturen, Flora und Fauna begeisterten uns. Wir haben einen laengeren Aufenthalt in Indonesien einer Reise entlang der Australischen Ostkueste „geopfert“!
Im Nachhinein sind wir darum froh, haben wir doch eine Region erkunden koennen, zu der man so leicht keinen Zugang findet.(Wir waren drei Monate in Indonesien unterwegs) Das haben wir die Organisation  “Sail Indonesia “zu verdanken.   Natuerlich haben wir auch manchmal geschimpft, wenn wir doch Unzulaenglichkeiten im Organisationsablauf in den einzelnen Teilbezirke zu spueren bekamen. Die weit im Osten von Indonesien liegenden Inseln sind eben Touristen nicht gewohnt und koennen sich wohl so schnell nicht umstellen.(Logistik und Organisation passt eben nicht in deren Kultur) Das muss auch nicht so sein, verloeren sie dann ja ihren exotischen Charme.
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Nachdem wir die saubere Stadt Darwin in Australien erlebt hatten, war Kupang,unsere erste Anlauf auf Timor, eher ein unterentwickeltes Dorf. Die Einfachheit hatte uns erst befremdet, dann aber eben auch fasziniert, mit wie wenig Comfort man auskommen kann. Allein den Verkehr der laut brummenden Lastwagen und dazwischen den zahlreichen Mopeds jonglierend zu beobachten war spannend. Das Ueberqueren der Hauptstrasse wurde zum Abenteuer. Doch wir liessen es uns nicht nehmen, wie die Einheimischen, an den fahrbaren Kuechenanhaengern unsere Mahlzeit fuer weniger als einen Euro zu erstehen und sie dann auf Holzbaenken sitzend unter dem Dach der Markthalle zu verspeisen. Die Schaerfe spuerte man auch am Tag danach! Aber wir hatten keine Anpassungsschwierigkeiten!
Ein Ausflug in die Umgebung fuehrte uns in eine Fabrik fuer deren traditionelles Musikinstrument, einem spindelfoermigen Holzklotz mit Saiten in unterschiedlichen Laengen herum, betrachten. Die Musik kann sich auch fuer unserer Ohren  hoeren lassen und der Indonesier spielte darauf sogar fuer uns bekannte Melodien. Die erste Bekanntmachung mit Affen im Freien war ein kleines Erlebnis. Ungeschaelte Erdnuesse waren fuer sie ein Lekkerbissen und dienten als Beschaeftigungsterapie. Was Fabrikation im Algemeinem angeht, mussten wir unsere Erwartungen stark zurueckschrauben, sahen wir eher verstaubte ueberalterte und stillsthehende Maschinen als eine arbeitende Anlage

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Wie schwer eine gute Schulbildung zu bekommen ist, konnte ich mir erst gar nicht vorstellen. Nun aber weiss ich, dass es eben nur wenige Lehrer gibt, die sehr haufig  keine spezielle A usbildung zu ihrem Beruf haben. Sie muessen nur eben etwas mehr wissen (z.b. praktische Erfahrung in Englisch) als die Anderen und Lust haben, mit den Unzulaenglichkeiten ( kaum Unterrichtsmaterial, unregelmaessige Teilnahme der Schueler, da sie zuhause helfen muessen,...) leben und arbeiten zu muessen, und das fuer einen „Hungerlohn“von ca.50 Euro im Monat. ! Es gibt in Indonesien ein Ost – West Gefaelle! Je weiter man nach Westen kommt, desto hoeher der Entwicklungsstand. Die urspruenglichsten Inseln waren fuer uns Lembata und Flora, wo wir auf den umgebauten Ladeflaechen eines Lastwagens mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit  von 10 km/h in die Berge hoppelten.
Diese Ausfluege zu den einsamen Doerfern, zu Erdofenmahlzeiten, zu Waalfangdemomstration im alten Stil mit Speer vom Holzboot aus, zu Schnapsbrennen aus Palmsaft umrahmt mit Folkloredarbietungen und eben den traditionellen Begruessungs und Abschiedsritualen werden uns in guter Erinnerung bleiben. Die langgestreckte Insel Flores fiel durch ihre Christliche Bevoelkerung auf. Sie gehoert Weltweit zu den „Priesterlieferanten“fuer die roemisch Katholische Kirche, denn  dort erhielt sich die Tradition, dass eines der Kinder zum Priester geweiht werden soll, damit der Familie  hohes Ansehen geniesst und dazu eine gute Einnahmequelle bedeutet, wenn das Priestergehalt auf die Familie verteilt werden kann.!
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Es war ein besonderes Erlebnis fuer uns, einer Priesterweihe von 6 Anwaertern aus einer Region beiwohnen zu koennen. Die farbenpraechtigen Gewaender standen den jungen Maennern mit ihrer dunklen Hautfarbe besonders gut. Das ganze Dorf war mit bunten Stoffbahnen geschmueckt, ein riesiges Zelt und eine Empore ausgestattet wie bei einer Kroenungszeremonie, Tanzdarbietungen von anmutigen Indonesierinnen und ein ebenfalls wie sie traditionell in Sarong und Bluse oder Hemd gekleideter Chor rundeten den Festgottesdienst ab.
Der naechste Augenschmaus bestand wieder in der Betrachtung der Natur: Die drei Kraterseen des Kelimutu, nachdem wir eine atemberaubende Fahrt im Bemo ( so wird der Lastwagenbus genannt) ueber die kurvenreichen Gebirgsstrassen mit Blick auf Reisterrassen und stops zum Affen Fuettern am Strassenrand erlebten. Ein echt indonesisches Mittagessen war bei allen Ausflugstouren inbegriffen. Die Nationalspeise Nasi Goreng gehoerte auch schon Zuhause zu Johans Lieblingsgerichten.
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In Labuan Bajo, dem westlichsten Ort auf Flores begegneten wir zum ersten Mal einigenr Rucksacktouristen. Die in der Naehe liegenden Inseln Rinca und Comodo mit ihren Riesenleguanen sind der Anziehungsgrund. Wir entdeckten fuer uns eine weitere Attraktion, eine Korallengarten, wie wir ihn selten vorher erschnorchelt hatten.Diese Vielfalt so dicht unterm Wasserspiegel und eben direkt neben dem Schiff, sind uns in Indonesien nur dort, neben der Insel Comodo vorgekommen! Die naechste Insel Sumbawa  bot uns eine weitere Steigerung: Wir waren zu Gast in einem echten Sultanspalast! Auch bei der reicheren Ausstattung der Taenzerinnen und der Taenzer war mehr Wohlstand zu erkennen. Bali war nicht mehr weit, was das Aussehen der Damen andeutete.Doch hier ist die Bevoelkerung groesstenteils Moslemisch, was wir zu den Gebeetszeiten hoeren konnten.  Den Hoehepunkt der Gebeetszeiten (Ramadan) erlebten wir auf Lombok, an unserem ersten Ankerplatz im Nordosten der Insel. Der Vorbeter hielt seinen Singsang die ganze Nacht durch und stand im Wettbewerb mit vier anderen „Jaulern“aus den Nachbarmoscheen.
Total geraedert begannen wir dann den naechsten Tagestoern zu den  Gili Inseln. Diese sind eine beliebte Urlaubsregion. Urlauber auf Bali machen haufig einen Abstecher zu den Gili Inseln. Ruhe, Troubel, schoenes blaues Wasser, alles ist anzutreffen! Leider war der Ankerplatz bald nicht mehr angenehm, weil der Wind mit 25Knt. in die Bucht wehte. Wir verholten uns auf die gegenueberliegende Seite zur Kueste von Lombok. Dort gab es wohl sehr starke Fallwinde bis 40 Knt. aber keine Welle mehr, der bekanntlich die meisten Sorgen bereitet.  Bei einer Tagestour ueber diese Insel erlebten wir, wie dicht besiedelt diese Region Indonesiens ist. Besonders der Mopedverkehr war gewoehnungsbeduerftig!
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Schon vorher, auf Flores hatten wir das ehemals vorherrschende Fortbewegungsmittel, die Pferdedroschke, kennengelernt. Kleinpferde ziehen einen einachsigen Wagen, der fuer die Touristen besonders bunt aufgemacht wird. Dass die Pferdchen sich auch dort durchmogeln bewunderten wir. Hatten aber doch Mitleid mit den Tieren, da sie oftmals lange in der Sonne herumstehen muessen oder auch manchmal Lastenanhaenger ziehen sollen, womit sie ueberfordert sind. Wenn das Gewicht zu schwer ist, wird das Pferd  in der Deichsel hochgehoben und verliert den Bodenkontakt. Wir waren froh, in einem Auto zu sitzen und dass wir uns dadurch manovrieren lassen konnten ohne selber fahren zu  muessen!!
Welche der beiden Inseln, Bali oder Lombok die schoenere ist, koennen wir nicht entscheiden. Lombok ist eben Moslemisch und somit ist der Singsang immer da. Bali ist hinduistisch und  touristischer. Uns hat es auf beiden sehr gut gefallen.Besonders exotisch kamen uns die Tempelanlagen vor. Solche Bauwerke hatten wir eben vorher nur auf Bildern gesehen. Der Chinesenfriedhof auf Lombok machte uns die Vielfalt der Religionen noch deutlicher. Immer wieder betonten die Indonesier, wenn wir mit ihnen ins Gespraech kamen, dass sie in ihrem Land keine Religionsgruppen verachten und alle friedlich nebeneinander ihre Glauben darstellen und praktizieren lassen. Schoener als auf Bildern festzuhalten waren die Begegnungen mit prunkvoll gekleideten Frauen auf dem Weg zum Tempel, um die kunstvoll aufgetuermten Opfergaben darzubringen.
Besonders erwaehnenswert sind die Freundlichkeit der Balinesen. Auch ihre gute Kueche, die Darbietungen der Folkloregruppen taeglich am Strand, unsere Touren zu den Holzschnitzerdoerfern, den Reisterrassen, den Touristenstraenden im Sueden  bleiben unvergesslich. Dazu kam noch der Besuch eines alten Studienfreundes (Jo Lammers) von Johan, der bereits seit 20 Jahren in Djakarta wohnt und uns  Bali zeigte. Die beiden hatten sich ueber 40 Jahre nicht mehr gesehen. Es war sehr interessant, ihm zuzuhoeren und uns die Gewohnheiten der  Indonesier nahebringen zu lassen. Er lud uns in sein Taxi ein und so haben wir  einige Rundfahrten ueber  Bali gemacht. Das Museum in der alten Stadt Singharaja liess uns noch andere Verbindungen zu den Niederlaendern erkennen: Eine von Niederlaendern zusammengetragene Dokumantation der alten Kultur , in unsere Schriftzeichen uebersetzt ! Wir kauften solch eine Uebersetzung als Kopie.
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Bislang waren wir den Inseln entlang in den Westen gesegelt, nun hatten wir noch den Toern nach Kalimantan, in den Norden zu bewaeltigen. Der  Golf von  Bali  zeigte sich so stuermisch und mit hohen Wellen, wie wir sie lange nicht mehr erlebt hatten. Dazu kamen die vielen Fischfallen und Fischerboote, die uns besonders die Nachtfahrten schwer machten. Doch ohne Nachtfahrt geht es eben bei diesen Entfernungen mit einem Segelschiff nicht. Wir konnten uns gluecklich schaetzen, dass wir Wind zum Segeln hatten. Sehr haufig ist in dieser Region um diese Zeit ( Juli-Okt.) wenig oder kein Wind.
Die grosse Insel Kalimantan, bei uns Borneo genannt, ist unter Malaysia im Norden und Indonesien im Sueden aufgeteilt. Weiterhin gibt es noch den kleinen Staat Brunei. In Kalimantan  besuchten wir einen der Naturparks , um in Freiheit lebende Orang Utans zu erleben. Dazu mussten wir zuerst einen ganzen Tag lang mit der Mignon den Fluss Kumai hinauf motoren, dann in Kumai River ankern und 2 Tage spaeter frueh morgens auf ein kleines Ausflugsboot umsteigen fuer einen 2 Ta ge Ausflug in den Dschungel! Mit unseren Yachtiefreunden von der Zwaante, Jan Plezier, Chez Nous, Triclaw und Schockelgaul wurde es ein sehr gelungener Ausflug. Wir erlebten die Gemeinschaft, die Naehe der Tiere und die Fuersorge der Indonesischen Reisebegleitung.Wobei die Begegnung mit den Orang Utans zu den eindrucksvollsten Erlebnissen unserer ganzen Reise wurde. Hautnah diesen Menschenaffen zu begegnen, ihnen Aug in Aug gegenueberzustehen, ihnen bei ihren rauschenden Klettertouren durch die Gipfel der Baeume zuzusehen, den Anfuehrer der Gruppe beim Vertreiben eines Rivalen zu beobachten, sie beim Stillen und Liebkosen ihrer Babies zu betrachten wird unvergesslich bleiben! Da stoerte sogar der schon einsetzende Regen nicht. Diese war die erste Vorwarnug fuer den Wechsel zur Regenzeit auf der Suedlichen Erdhalbkugel!
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Bei unserer Weiterreise nach Batam und Singapur kamen wir in mehrere Schlechtwettergebiete mit schweren  Gewittern und  anschliessenden Flauten.  Einen besonders merkwuerdigen Tag hatten wir auf dem Toern von  Serutu nach Mesanak, zwei kleinen wunderschoenen Inseln auf dem Weg nach S’Pore. Nachdem uns ein kleiner weisser Reiher zugeflogen kam, schon weit weg von einer Kueste, gesellte sich auch noch eine Rauchschwalbe an Bord, um mit uns gemeinsam ein besonders schweres Gewitter mit heftigem Regen abzuwettern. Das erlaubte nur langsames Motoren mit Laufendem Radar und Radarwarnanlage um etwaige Hindernisse(Schiffe) zu erkennen. Das war dann der richtige Hintergrund fuer eine Aequatorueberquerung! Wir, als Vogelasyl, feierten die Rueckkehr auf die Nordhalbkugel unter den Augen des kleinen Reihers, der laenger als 2 Naechte und einen Tag die Mignon als Notunterkunft und Transportmittel benutzte!Bevor wir vor der Insel Mesanak den Anker warfen,hatte er das Land gerochen und uns verlassen.
Die Ankunft von Jens in Singapur liess uns einen straffen Zeitplan einhalten. Deshalb konnten wir nicht mehr auf die Insel Belitung zum Ausklarieren, wie eigentlich von der Rallyorganisation geplant war. Die arbeitsfreien Tage der Offiziellen haetten uns zu spaet ausreisen lassen, um rechtzeitig in S’Pore sein zu koennen. Vorausschauend hatte Johan daher schon in Kumai ausklariert. Alles in Allem: die Sail Indonesia 2007 war fuer uns mehr als nur lohnenswert ! Es hat uns  Einblicke gegeben in ein so fremdes aber wundersames und vielfaeltiges Land .

Wir wuenschen ,wie immer, guter Gesundheit und viel Spass bei der Arbeit!

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Liebe Gruesse von Edith und Johan auf SY-Mignon z.zt. in Thailand.

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