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PNG-Australien im Schnelldurchgang!

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Darwin   22.07.2007

Da uns in Port Moresby einfiel, dass es ja nur noch einige Tage bis zur Abfahrt der ersten Gruppe der "Rally Sail Indonesia" dauert, beschlossen wir, schnellstens abzureisen. So koennten wir noch einige Leute der Organisation und auch die uns bekannten Schiffe dort antreffen. Die Moeglichkeiten in P N G waren ja eh beschraenkt, und das Leben in dem exclusiven Yachtclub von Prt. Moresby ist auch nicht das, was wir lange brauchen. Die upper ten brauchen aber diese von Security ueberwachten Clubs . Es ist eine soziale Kontaktstelle, wo die sich sicher fuehlen. Sie sind dann auch jeden Tag sehr gut besucht.

 

Dann begann Johan mit der Prozedur des Ausklarierens, was ihm dann mit etwas Geduld und viel Eigeninitiatieve zum gewuenschten Zeitpunkt gelang!  Den Offiziellen in diesem Land darf man nichts glauben. Da macht jeder, was er grad fuer richtig haelt. Das Wetter sollte auch mitspielen, 4 Tage 20-25 Knoten aus SO, dann einen Tag 30Knts. Leider hatten wir selten Kontakt zum Winfried Wetternetz, warum auch immer! Das ist nun eine grosse Sorge! Unsere communikation ueber SSB und somit auch Winlink funktioniert z.zt. nicht. Keine Mails z-zt. moeglich.

Abfahrt am Mittwoch, dem 11. Juli um 10 Uhr! Schon bei der Fahrt durch den Pass wurde uns klar, dass wir uns nur kurz ueber das saubere, mit Sueswasser gespuelte Schiff freuen konnte. Der starke seitlich kommende Wind und die Wellen spritzen die Mignon schnell wieder salzig. Der Wind war noch etwas staerker als erwartet, sorgte aber fuer eine recht schnelle Fahrt. So erreichten wir die beruehmt, beruechtigte Torres Strasse auch schon am Abend des 2. Tages. Warten auf Tageslicht kam nicht infrage! Also fuhren wir mit Nav-Beleuchtung hinein! Das war sogar besser, als wir dachten, denn die Leuchtfeuer gaben uns die Inseln  und Untiefen besser an, als sie bei Tag auszumachen waren. Das merkten wir am Morgen, als die Leuchtfeuer ihren Dienst einstellten, aber die Insel oder die Sandbank kaum aus dem Wasser herausragten! Schiffsbegegnungen hatten wir wenige. Die Nacht war aufregend genug gewesen, auch ohne  viel Gegenverkehr. So erreichten wir zum Nachmittag, 2 Tage spaeter,  unseren Zwischenstop, Thursday Island, die Westeinfahrt der Torresstr. Das war also unser Einklarierungshafen und erster Landfall in Australien.

Wir ankerten neben der Horn Insel, da man dort an der windgeschuetzten Seite liegt. Die Customs kamen dann Dank vorheriger Kontaktaufnahme( was allerdings nur mit freundlicher Unterstuetzung einer Dame moeglich war, die die Behoerde telefonisch aufforderte, fuer uns den VHF kanal 16 abzuhoeren) noch kurz vor deren Dienstschluss, Freitag Nachmittag! Die 5 Maenner des Zoll und der Quarantaene erledigten den Papierkram freundlich und zuegig. Wir hatten wenige Schaps zu oeffnen, sie waren schnell zufrieden. Es gab auch nicht viel mitzunehmen, da wir die strengen Bestimmungen kennen von Neuseeland her, wo es aehnlich ist!  Die wenigen Gemuese und Kaese kauften wir dann am Samstag auf der Thursday Island wieder neu! Dorthin fuhren wir mit der Faehre, ist doch fuers Dinghi der Weg recht lang( zu lang fiuer unsere 4 PS) und waere auch eine recht nasse Rueckfahrt geworden, hatte doch der Wind zum Nachmittag wieder aufgefrischt. Am naechsten Tag wollten wir unsere Fahrt nach Darwin fortsetzten.

Sonntags , den 15 Juli, um 9 Uhr also Anker auf! Zwei andere Segelschiffe taten es uns gleich! Den Einhandsegler Peter hatten wir am Abend vorher noch kurz an Bord, die andere Yacht nahm per VHF Kontakt mit uns auf. So blieben wir Drei waehrend der gesamten Strecke ueber UHF in kontakt um, ins besonderen  den Peter, bei seinem Schlafen gehen,als singelhanded ,zu unterstuetzen. Die Engstellen sind besonders kritisch, wegen der starken Gezeitenstroemungen (bis zu 7 Knt.). So muss man den vorher errechneten Zeitplan genau einhalten, was gar nicht so einfach ist! Die besonders markannte Stelle, zum Beispiel zwischen den Inseln im von Diemen Channel, erreichten wir gerade rechtzeitig, um mit Hochwasser weiterzufahren. Wir hatten gerade vorher entschieden, nicht in der Bucht am Cap Don vor Anker zu gehen, um dann die weitere Strecke erst waehrend der naechsten Tiede, am fruehen Morgen weiterzufahren. Das bedeutete allerdings, gleich wieder eine anstrengende Nacht anzuhaengen!! Johan war wegen der vorher gemachten Erfahrung, die Torres Strasse bei Nacht gefahren zu sein, recht zuversichtlich. Er hat aber den Steuerstand kaum verlassen, war es doch so spannend, zwischen nicht sichtbaren Inseln und Untiefen in der Stroemung sich durchzuhangeln. Ohne Motor waere das , zumindest Nachts kaum moeglich. Das Wetter meinte es auch gut. Hatten doch die Starkwinde waehrend der Ueberquerung der Golf von Carpentaria und dem Teilstueck von Cap Wessel bis Cape Don sich langsam ausgepustet. Nun hatten wir auch den ersten Sichtkontakt mit dem Festland von Australien. Buschfeuer erhellte den recht flachen Horizont. Die Wassertiefen hatten seit derTorres Strasse kaum mehr als 50 Meter erreicht, wie in der Nordsee! Auch die kurzen, steilen Wellen erinnerten uns an Toerns auf der Nordsee und im Ijsselmeer! Nun hatten wir nur die Stroemung, kaum mehr Wind und Wellen. Aber 10 Knoten im Dunklen, wo der Bug sich durch die Stroemung hin und her bewegt, und die Inseln zum Teil nur eine halbe Meile von dir entfernt,sind da schon genug, um Herzklopfen zu verspueren! Es ging alles gut bei uns dreien, jeder gab das dazu, was er konnte: Johan gab Wegepunkte und Zeitplan vor, (ist er gewohnt als fruehere Navigator der Quadra);Chris von der Majek fuehrte den Convoi an und Peter,der Single, hielt sich in der Mitte. Diese schwierige Strecke einhand zu bewaeltigen erfordert viel Stehvermoegen. Am Freitag bei Sonnenaufgang war es dann geschafft! Darwin lag Backbord voraus. Ein glutroter Morgenhimmel neben der Skyline von Darwin belohnte uns fuer die strapazioese Nachtfahrt! So gingen wir erst mal schlafen, nachdem wir in der Fanny Bay den Anker zwischen den mehr als 200 Yachten geworfen hatten.

Am Montag muessen wir die Papiere von Thursday Island im Hauptgebaeude in der City von Darwin abgeben. Doch schon einklariert zu sein, hatte den Vorteil, dass wir eben sofort an Land gehen durften. Die gute Ueberfahrt von Thursday Island nach Darwin  wurde mit den Besatzungen der beiden uns begleiteten Schiffe gebuehrend gefeiert. Konnten wir uns doch endlich nicht nur hoeren, sondern beim Gespraech und Zuprosten auch sehen!

Johan hat seinen ersten Stadtbesuch hinter sich, ich habe erst mal klar Schiff gemacht! Heute, am Sonntag wollen wir die Stadt zu Fuss erlaufen. Die Entfernungen sind allerdings nicht zu unterschaetzen! Australien ist ein weites Land! Wir haben in kurzer Zeit vonOpua in NZ ueber Noumea, Port Moresby und  Thursday Island  bis Darwin ca. 3200 Meilen abgesegelt!  Wir kommen Europa mit Riesenschritten naeher!

Bis zur naechsten Mail, wo wir dann hoffentlich noch einiges Lohnenswertes ueber Australien berichten koennen, verbleiben wir

 

Johan und Edith auf Segeljacht Mignon, 
zur Zeit in Darwin in Australien!

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